Sonderausstellung „Stoff für Geschichte(n) – das Hemd ohne Naht“

17.08.2015 14:37

GERMENS Hemden im Museum präsentiert.

Am 27. August 2015 ist es endlich so weit: die Sonderausstellung „Stoff für Geschichte(n) – das Hemd ohne Naht“ öffnet im Steinhuder Weberei- und Fischereimuseum ihre Tore.  

Das Herzstück der Ausstellung, das Hemd ohne Naht gilt zu Recht als Meisterstück der Webkunst. Der Steinhuder Johan Hendrick Bühmann webte es im Jahr 1728, um damit seine Aufnahme in die neu gegründete Weberzunft zu erreichen. Er war damals gerade 18 Jahre alt.   Im letzten Winter erfuhr das Hemd neue Aufmerksamkeit und wurde von der Textilrestauratorin Frau Eva Jordan-Fahrbach eingehend untersucht. Seit Beginn dieses Jahres widmet sich nun zusammen mit dem Museum ein Projektteam von Studierenden und der Dozentin Stephanie Kirsch vom Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover diesem Hemd - sowohl den sich darum rankenden lokalen Legenden als auch den historischen Fakten. Aus dieser Arbeit entstand die Sonderausstellung, die das Hemd neu bewertet hat. Die neuesten Untersuchungsergebnisse sowie die unermüdliche Recherche der Studierenden haben viele, bis dahin unentdeckte Aspekte, etwa zur Webtechnik, zu den Lebensumständen des jungen Webers und zur Herstellungsweise des seinerzeit als unwebbar geltenden Hemdes ans Licht gebracht, die nun ab dem 27.8.15 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden können.  

Doch die Ausstellungsmacher schauen nicht nur zurück in die Vergangenheit. Auch Nahtlosigkeit heute ist ein Thema - schließlich ist die Textilgeschichte immer im Wandel. In heutiger Zeit stehen Textilien "made in Germany" für besonders hochwertige Produkte. Dazu gehören beispielsweise die Kollektionen von GERMENS artfashion by gregor & rené (www.germens.de, www.germensartfashion.com), in denen es um mehr als Mode geht. "Kunst am Hemd heute" ist eine Melange aus Material, Idee und Design weit weg von der Massenware der Kleidungsdiscounter. Gregor-T. Kozik und René König schaffen Oberhemden mit besonderem Charakter, geprägt von ausdrucksstarken Oberflächen und von Künstlern gestaltet, wie es sie wohl weltweit nur einmal gibt. So entstehen handsignierte und limitierte Künstlerhemden, die – von der Idee her – in einer Reihe mit Johan Bühmanns Meisterwerk stehen könnten: Auch ein Herrenhemd kann ein Kunstwerk sein.   Ein besonderer Coup ist übrigens, dass während der ersten beiden Monate der Ausstellungszeit ein Skizzenbuch ausliegt, in dem die Besucher ihre grafischen Eindrücke der Ausstellung ausdrücken dürfen und sollen. Wie ein interaktiv von Besuchern mitgestaltetes Künstlerhemd "designed in Steinhude" aussehen könnte, präsentieren GERMENS artfashion by gregor & rené auf der Finissage am 29. November 2015.  

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Ausstellung finden sie als Bilder im Anhang, für alles weitere freuen wir uns auf ihren Besuch.      

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