Städtereise Marseille – Hafenlicht, Stein und der Wind vom Meer
Marseille ist keine Stadt, die leise tut. Salz liegt in der Luft, die Fassaden wirken wie sonnengewärmter Kalk, und irgendwo knallt immer eine Metalltür gegen einen Windstoß. Dazu dieses Licht: hart am Mittag, weich am späten Nachmittag, als würde die Stadt kurz den Ton wechseln, bevor sie wieder Tempo macht.
Wenn ich mir Orientierung hole, klicke ich einmal auf Marseille und gehe dann raus, ohne Plan zu streng zu nehmen. Wussten Sie, dass Zinédine Zidane aus der Stadt stammt? Fußball-Ikone, Weltmeister, für viele ein Synonym für Eleganz am Ball.
Vieux-Port: Morgengeräusche, Möwen, erste Entscheidungen
Der Tag beginnt am Vieux-Port, weil hier alles zusammenkommt: Boote, Gespräche, Motoren, Kaffeeduft und das kratzige Lachen der Möwen. Am Quai des Belges wird Fisch umständlich und mit viel Gestik verkauft; man bleibt automatisch stehen, nur für ein paar Sekunden, und hat sofort das Gefühl, man sei nicht Besucher, sondern kurz Teil des Betriebs. Gegenüber glitzern die Wasserflächen zwischen den Masten, und hinter mir schiebt sich die Stadt wie ein Amphitheater aus Stein und Fenstern nach oben.
Von hier aus ist Marseille gut zu Fuß: einmal über die Kante Richtung Canebière, kurz in die Passage, wo es nach Seife und Gewürzen riecht, dann wieder zurück ans Wasser. Wenn die Sonne bereits drückt, merke ich, wie angenehm ein Langarmhemd sein kann: nicht als Panzer, eher als leichter Schutz vor Wind, Sonne und dem ständigen Wechsel zwischen Schatten und heller Kaimauer. Und falls der Abend nach Restaurant aussieht, packe ich mir gern ein Wechselhemd ein – eingerollt verschwindet es platzsparend im Rucksack.
Le Panier: Treppen, Wäscheleinen und kleine Höfe
Spätestens im Panier wird alles enger. Treppen ziehen nach oben, Wäscheleinen schneiden durch die Gassen, und die Hauswände tragen Patina wie eine zweite Haut. Hier sind die Farben nicht laut, sondern abgenutzt schön: ocker, blaugrau, gelegentlich ein leuchtendes Türkis an einer Tür. Ich setze mich kurz auf eine Stufe, beobachte ein Lieferfahrzeug, das eigentlich zu breit ist, und höre, wie Gespräche von Fenster zu Fenster wandern. Marseille ist oben und unten zugleich – und im Panier spürt man das besonders.
Zwischendrin denke ich daran, wie unterschiedlich man behandelt wird, je nachdem, ob man im T-Shirt oder im Hemd unterwegs ist. Mit Hemd wirkt man schnell „angezogen“, ohne overdressed zu sein, und man wird eher angesprochen – nach dem Weg, nach einer Empfehlung, manchmal einfach aus Höflichkeit. Ich schaue mir bei Gelegenheit die Hemden an, weil ein Citytrip für mich immer auch ein Test ist: spontan ins Museum, kurz in eine Bar, später vielleicht noch ins Theater – das Hemd passt in mehr Situationen als ein typisches Touristen-Outfit.
Blickachsen zur „Bonne Mère“: oben wird die Stadt ruhig
Irgendwann sehe ich sie wieder: die goldene Figur hoch über der Stadt. Der Aufstieg zur Notre-Dame de la Garde ist wie ein kleiner Schnitt im Tag – die Schritte werden bewusster, die Straßen breiter, das Geräusch der Stadt fällt nach hinten weg. Oben ist der Blick eine Art Zusammenfassung: Vieux-Port als helle Mulde, die Inseln im Dunst, die Corniche wie eine Linie am Wasser, und dahinter das Blau, das Marseille den ganzen Tag begleitet.
Der Wind macht hier oben, was er will. Genau das ist der Moment, in dem ich Langarm schätze: tragbar bei Wetterwechsel, auch wenn es warm ist, und angenehm, wenn der Luftzug plötzlich kühler wird. Der Baumwollstoff bleibt natürlich, komfortabel und alltagstauglich – und dass er geruchsneutral und langlebig ist, merkt man nicht im Prospekt, sondern nach Stunden unterwegs, wenn man sich immer noch frisch fühlt.
Eine Stunde Kultur am Meer: Glas, Stein und das MuCEM
Wenn die Sonne zu direkt wird oder die Beine eine Pause wollen, ist ein Museum genau richtig – nicht als Pflichtpunkt, sondern als Temperaturwechsel. Das MuCEM sitzt am Eingang zum Alten Hafen wie ein moderner Fels: dunkles Netz, viel Luft, viel Blick. Drinnen wird es leiser, draußen bleibt das Meer im Augenwinkel, und ich komme nach einer Stunde wieder raus, als hätte jemand den Tag neu fokussiert.
Marseille ist dabei nie nur Postkarte. Man läuft an Fort Saint-Jean vorbei, sieht hinüber zur Cathédrale La Major, spürt den Wechsel zwischen alten Mauern und neuer Architektur. Und dann merkt man wieder: Ein Hemd ist in solchen Momenten einfach akzeptierter als ein T-Shirt – man fällt weniger als klassischer Tourist auf, was in manchen Situationen wirklich angenehm sein kann.
Corniche, Calanques, Abendlicht: wenn die Stadt nach außen kippt
Am späten Nachmittag gehe ich Richtung Corniche. Das Meer liegt hier nicht „neben“ der Stadt, es ist ihr Gegenüber: Wellen schlagen gegen Felsen, Jogger ziehen vorbei, Jugendliche sitzen auf Mauerkanten und schauen einfach nur. Wenn Zeit ist, lohnt sich ein Abstecher in Richtung Calanques – selbst ein kurzer Blick in so eine felsige Bucht, mit diesem fast übertriebenen Blau, bleibt lange hängen. Zurück in der Stadt kann der Abend alles sein: ein Pastis in einer kleinen Bar, ein Schritt ins lebhaftere Viertel, oder einfach nochmal Vieux-Port im anderen Licht.
Im Frühsommer stolpert man dabei leicht in das Festival de Marseille – Tanz, Konzerte, Performances, verteilt über die Stadt, als würde Marseille sich selbst eine Bühne bauen. Genau für solche spontanen Stopps mag ich das Hemd: angezogen, aber nicht steif, und wenn der Plan kippt, kippt das Outfit nicht mit.
Praktisch ist auch: Man muss nicht den ganzen Tag beim selben bleiben. Ich rolle ein zweites Hemd klein zusammen, stecke es ein und entscheide erst später, ob ich für Restaurant oder Fotos wechsle. Wer unsicher ist, nutzt den Anprobierservice und findet daheim die passende Größe; falls danach etwas feiner sitzen soll, hilft der Änderungsservice. Und wenn Marseille Staub, Salz oder eine Bouillabaisse-Spur hinterlässt, sind die Pflegehinweise schnell zur Hand.
GERMENS-Hemden sind von Künstlern entworfen, mit außergewöhnlichen Schnitten – tragbare Kunst, die im Straßenbild nicht untergeht. Größen von XS bis 6XL machen das unkompliziert, und wer spontan statt langem Warten lieber sofort startet, schaut in die sofort verfügbaren Produkte. Wenn es eine Anfertigung wird, stehen die Details sauber in den Hinweisen zu Produkten auf Anfertigung.
Und irgendwo zwischen Hafen, Höhenblick und Abendwind passiert das, was Marseille gut kann: Man geht los, wird kurz aufgehalten, läuft anders weiter – und hat am Ende das Gefühl, nicht nur Orte gesehen zu haben, sondern einen Rhythmus mitgenommen.
René König
Gründer & Inhaber von GERMENS artfashion